Schwierige Zeiten erfordern klare Direktiven. "Wenn Sie weiterhin für Gagosian arbeiten möchten, schlage ich vor, dass Sie anfangen, Kunst zu verkaufen", soll der Herrscher über sieben Galerien in New York, London, Rom und Los Angeles schon im November in einer E-Mail an seine Angestellten geschrieben haben. Larry Gagosians herrischer, ja, herrlich männlicher Text ist durchgesickert und wurde zuerst in der Online-Ausgabe des Magazins "Flash Art" publiziert.
"In diesem neuen Klima wird alles nach Leistung bewertet. Ich arbeite etwa achtzehn Stunden am Tag, wie viele bestätigen können. Lassen Sie es mich bitte wissen, falls Sie nicht gewillt sind, diesen Einsatz zu bringen." Dass wichtige Männer keinen Feierabend kennen, ist schon einen Tag länger bekannt.
Napoleon zum Vorbild
Sind nicht auf Jacques-Louis Davids Porträt des Kaisers Napoleon in dessen Arbeitszimmer die Kerzen heruntergebrannt, und die Zeiger der Uhr stehen auf kurz nach vier? "Die allgemeine Wirtschaft und auch der Kunstmarkt nehmen offensichtlich Kurs auf schwere See, und ich will sicher sein, dass wir die besten Schwimmer weit und breit sind", schreibt Gagosian in Sachen Motivationsschub; doch dann grollt er wieder: "Leistungsschwache Angestellte mitzuschleppen ist ein Luxus, der jetzt passé ist."
Das klingt fast so grausig wie Napoleons Russland-Feldzug. Aber so ist das Business! Gagosian sagt den Seinen eiskalt, wo es langgeht. All jenen, die nicht bei ihm angestellt sind, hat er damit einen wohligen Gruselschauer beschert.
Ein bisschen zu viel
(KFrieder1)
- 19.12.2008, 22:30 Uhr
Armer Mann...
Frank Klaffke (sturmvogel)
- 20.12.2008, 11:31 Uhr