Ein barocker Humpen aus vergoldetem Silber wird wohl der Höhepunkt der Herbstauktion bei Schopmann in Hamburg vom 30. August bis 1. September sein: 1748 vom Danziger Meister Johann Gottfried Schaubitz geschaffen, zweiundzwanzig Zentimeter hoch und mit siebzehn eingelegten Reichs- und Porträtmünzen auf dem walzenförmigen Korpus, wird er aber vor allem wegen seiner prominenten Provenienz die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im Jahr 1978 kaufte ihn der Industrielle Friedrich Karl Flick für 19 000 Mark als Geburtstagsgeschenk für Willy Brandt, der sich artig mit einer Karte dafür bedankte. Sechs Jahre später, 1984, spendete Brandt den Bierkrug der Äthiopien-Hungerhilfe, für die er für eine nicht mehr bekannte Summe versteigert wurde.
Zwei Jahre später verkaufte Kunsthändler Carl-Christian Garbers ihn für 28 000 Mark auf der Antiquitätenmesse in Hannover an Hans-Joachim Pirsch-Steigerwald, Wirt des Ausflugslokals „Pirsch-Mühle“ bei Mölln, der sich vom Brandtschen Trinkgefäß großen Zulauf für das Lokal erhoffte. Nun steht er bei Schopmann zur Versteigerung und wartet auf eine neue Aufgabe - erheblich unter dem Kaufpreis von 1986 für eine Schätzung von 9500 Euro.