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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Wa(h)re Künstler in Münster Klassenkasse

 ·  Dienstleistungen der besonderen Art versprechen die Schüler der Klasse Buetti. Auf einer Auktion versteigern sie ihre kuriosen Aktionen.

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Die Klasse von Daniele Buetti an der Kunstakademie Münster hat sich für den diesjährigen Rundgang eine ganz besondere Versuchsanordnung ausgedacht: eine Auktion. Zur Versteigerung am Abend des 3. Februar werden alle Zeichen der Professionalität ins Werk gesetzt sein: ordentliche Bestuhlung, seriöse blaue Wandbespannung, auf einer Bühne ein Pult mit Hammer. Natürlich gibt es auch einen Katalog, der in appetitlichem Pink verspricht: „artist for sale“.

Ein Tattoo nach Wahl

Sogar eine Auktionatorin hat man gewonnen: Christiane Gräfin zu Rantzau von Christie's in Hamburg. Versucht man sich hier in einer Art vorgreifendem Re-Enactment im Schonraum Akademie rechtzeitig auf die Erfordernisse eines härter werdenden Markts einzustellen? Immerhin: Zu ersteigern gibt es ausschließlich Dinge, die dem Bedürfnis nach repräsentativer Kunst eine deutliche Absage erteilen. Der auf Rundgängen mittlerweile mehr oder weniger offen etablierte Kunstkauf dürfte bei den siebzehn ungewöhnlichen Losen wohl ins Stocken geraten. Denn hier wird der Künstler gleich selbst zur Ware: Ein Student bietet an, eine Woche lang zum Putzen ins Haus zu kommen, dies jedoch ausschließlich mit links, da sein rechter Arm auf den Rücken gebunden sein wird.

Eine Studentin hofft auf ein gemeinsames Besäufnis. Ein anderer setzt auf traditionellere Talente und malt, fotografiert oder filmt, was gewünscht wird. Eine Studentin offeriert, den Namen des erfolgreichen Bieters auf ihren Arm tätowieren zu lassen. Subtiler mit den Sehnsüchten spielt eine andere, die eine Telefonnummer anbietet, unter der sie immer zu erreichen ist. Ein offenes Ohr zu jeder Zeit - die Kunst agiert als Wunschmaschine mit verblüffend einfachen Mitteln. Auktionatorin Rantzau scheint mit einer ähnlichen Einstellung an die Sache heranzugehen und bezeichnet sich selbst als „Performanceartistin“. Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Erlöse des Abends werden nicht für wohltätige Zwecke gespendet, sondern wandern direkt in die Klassenkasse.

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