23.03.2007 · Rik Reinking spricht gerne mit sich selbst und bezeichnet Kunstmessen als „Wanderzirkus“. Deshalb engagierte der Jung-Sammler zur Eröffnung der Art Karlsruhe auch Baldur Burwitz, der Seelöwen über das Podium watscheln ließ.
Von Swantje KarichRik Reinking, Arbeitsplatzbeschreibung Jung-Sammler, kam auch nach Karlsruhe zur Messe, mit seiner Kunst: Mit ihm, dem Mann fürs Provokative, Wilde, fürs Aufmüpfige sollte der Flair von Miami Beach in die gediegene Halle einziehen, wo außerdem die Besucher von den Gartenzwergen des Ottmar Hörl in Schwarz, Rot oder Gold für 35 Euro pro Stück begrüßt werden. Einen Vorgeschmack auf Rik Reinkings Auftritt in Karlsruhe lieferte schon ein Interview Rik Reinkings im Messekatalog, das Rik Reinking mit sich selbst geführt hat, genau „am 4. 12. 2006 und als Monolog zu verstehen“. Dort spricht Rik Reinking „mit Unterstützung der L-Bank“ und mit sich selbst und über die Gefahren des Kunstmarkts, der die „Schnelllebigkeit eines Wanderzirkus“ habe: „Zirkus?“ fragt sich der Interviewer Reinking. „Genau!“, antwortet der Sammler Reinking.
Um dem Wanderzirkus ja nicht zu verfallen, engagierte Rik Reinking zur Eröffnung der Art Karlsruhe Baldur Burwitz: Während dieser Eröffnung ließ also Baldur Burwitz, Arbeitsplatzbeschreibung Künstler, zwei Seelöwen aufs Podium watscheln, die den Rednern dort applaudierten. Dann watschelten die Seelöwen wieder vom Podium runter. Wir vermuten, zurück zu Baldur Burwitz und zu Rik Reinking. Was für ein Gag! Was für eine Metapher auf den Kunstmarkt! Zirkustiere! Haben wir gelacht.