18.01.2008 · Magnetisch scheint Berlin momentan auf Kölner Galerien zu wirken. Michael Werner wird zunächst lediglich ein Büro in der Hauptstadt eröffnen. Ob die Stadt an der Spree tatsächlich nur zum Nebenstandort taugt?
Von Catrin LorchWer in der Galerie Michael Werner in Köln anruft, dem teilt ein Anrufbeantworter mit, das Büro sei nicht besetzt, vom 21. Januar an jedoch unter einer Berliner Nummer erreichbar. Dort eröffnet der Galerist, wie zu hören ist, lediglich ein Büro. Werner ist nicht der einzige Kölner, der zum Jahresanfang eine Adresse an der Spree anmietet: Ulrich Fiedler, Händler für modernes Design, eröffnet in Kürze an der Charlottenstraße, seine Galerie fiedlercontemporary wird folgen. Was, wenn der Galerist dem Rheinland die Treue halten will, aber die Künstler in Berlin ausstellen wollen? Die Zweitadresse bleibt die Alternative: Luis Campaña überlegt, in den Hamburger Bahnhof einzuziehen, will aber seine Tätigkeit in den Räumen "An der Schanz" in Köln aufrechterhalten.
Wie auch Gisela Capitain gemeinsam mit Friedrich Petzel am liebsten noch vor der Sommerpause einen Showroom in Berlin eröffnen möchte. Auch Monika Sprüth hat in Berlin eine Unterkunft gefunden; am Monbijoupark, gegenüber dem Bodemuseum, läuft die Renovierung. Während die Galeristin bislang ihre Erweiterungen - mit Philomene Magers ist sie in München und London vertreten - als Spagat meisterte, schweigt das Büro, wenn man nach dem Fortbestand der Galerien in München und Köln fragt. Die Großzügigkeit, mit der man sich in Berlin einrichtet, ist wohl Aussage genug.