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Satanischer Minimalismus Banks Violette in Salzburg

05.01.2008 ·  Extreme Kälte und glatteste Flächen liebt der Künstler Banks Violette. Bei Ropac in Salzburg lässt sich die kühle Pracht seiner Installationen entdecken. Die Ausstellung zeigt Minimalismus und Brachialität in harmonischer Eintracht.

Von Brita Sachs
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Die nachtschwarze Farbe auf Wänden, Boden und Decke gibt nicht etwa ein neues Styling für die Galerie ab, sondern schafft eine bestens kontrastierende Black Box für ein weißes Geschlängel am Boden, das sich als vereistes Kabel erweist. Die mitgelieferte Kühleinheit lässt das frostige Pelzchen stetig dicker werden um das Lautsprecherkabel, das man doch eigentlich mit heißer Musik verbindet, während es hier im Geknäuel ungefrosteter Artgenossen ein unterkühltes Eigenleben führt. Wir befinden uns in der Salzburger Galerie Thaddaeus Ropac, die der New Yorker Künstler Banks Violette in einer großen Einzelausstellung mit neuen Installationen und Skulpturen füllt.

Sobald von Violettes Kunst die Rede ist, fällt unweigerlich das Stichwort Heavy Metal. Da heißt es dann, aggressive Metal-Texte über todessüchtige Teenager, über satanische Morde, über Gewalt und Rebellion lieferten ihm Inspirationsquellen. Tatsächlich behandelte Banks Violette vor fünf Jahren in der Arbeit „Arroyo Grande“ den brutalen Mord an einem jungen Mädchen durch drei Fans der Gruppe „Slayer“, aber solch konkretes und narratives Anknüpfen war schon damals die Ausnahme bei ihm. Der 1973 in Ithaca geborene Künstler, der so gar nicht aussieht wie die düsteren Jungs der martialischen Szene, auch wenn ihm ein prächtiges Spinnennetz-Tattoo aus dem Hemdkragen kriecht und obgleich er in London mit der Band Sunn o))) eine Vernissage von legendärer Lautstärke gestaltete, greift kaum auf Metal-Inhalte zurück, wohl aber auf ihre subkulturelle Ästhetik: Glänzendes Lackschwarz und das tote Weiß von Eis oder Salz überziehen seine sperrig raumfüllenden Arbeiten; dazu kommen gleißendes Neonlicht, mattsilbriges Aluminium, kristallklare Spiegel.

Minimalismus der kälteren Art

Das Klima ist klirrend kühl, aber nicht gruftig düster. Stärker als satanische Attitüde drängt in den Werken kühle Eleganz nach Art des Minimalismus nach vorn, nur dass die aus Neonröhren gebaute amerikanische Flagge auf dem Kopf steht und ein fragiles Energie-Gebilde abgibt, abhängig von dicken Kabelbündeln, die bei Umlegen des Schalters auf einen Schlag Schluss mit Leuchten machen. Solch subversive Metaphern hätte Robert Smithson, dem Banks Violette formal vieles verdankt, sich nicht erlaubt. Schönheit und Selbstzerstörung stellen bei Violette keinen Widerspruch dar. Im Gegenteil: Auf der Rückseite einer Wand aus türhohen Spiegelelementen, die zwei Räume quert, sorgt ein System aus Motoren, Ketten und Schienen für stete sanfte Reibung, die nach und nach dicke konzentrische Bruchringe ins Sicherheitsglas knackt.

Die Arbeiten kosten zwischen 165.000 und 330.000 Dollar.

Quelle: F.A.Z.
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