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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Die Galeriesaison beginnt Von Paris bis Leipzig

 ·  Die Herbstsaison der Galerien ist eröffnet. Zürich hat den Anfang gemacht. Es folgen Düsseldorf, Köln und Frankfurt. Wie es weitergeht, lesen Sie hier.

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Die Schweiz macht den Anfang: Unter dem Motto „Season Opening“ eröffnen die Zürcher Galerien an diesem Wochenende ihre ersten Ausstellungen nach der Sommerpause. In Berlin wartet man für einen kollektiven Eröffnungsparcours auf internationale Gäste, die parallel zur Kunstmesse Art Forum vom 24. bis zum 27. September in die Stadt kommen.

Dem Beispiel von Zürich folgen aber schon bald drei deutsche Städte: Düsseldorf, Frankfurt und Köln. Wobei eine erstaunliche Neuerung zu bemerken ist: Die rheinischen Kontrahenten arbeiten erstmals zusammen. Ihr neues Logo zeigt ein „D“ und ein „C“ verschlungen. Bei so viel Imagepflege wird der Lokalpatriotismus wohl zumindest an diesen Tagen verdrängt: Die „Open Galleries“ starten am 4. September um achtzehn Uhr, am Abend sind die Besucher bis 22 Uhr willkommen; am Samstag ist von zwölf bis zwanzig Uhr geöffnet, am Sonntag von zwölf bis sechzehn. Rund achtzig Teilnehmer wurden ausgewählt, „die wichtigsten Galerien aus beiden Städten“, wie es hoffnungsvoll heißt. Darunter findet sich auch der Name von Eva Winkeler, die eigentlich ihre Galerie in Frankfurt führt, nun aber einen zweiten Standort mit 160 Quadratmetern in Köln-Nippes eröffnet. Ihre erste Schau ist Peyman Rahimi gewidmet.

„Open Art“ mit neuem Profil

Bescheidener, aber hochkarätig im Detail fällt das Bild in Frankfurt aus, wo ebenfalls am 4. September die Saison beginnt: Von neunzehn Uhr an sind Besucher hier in 39 Galerien willkommen, darunter Anita Beckers, die Performance-Kunst zum Thema macht: Eva Weingärtner tritt auf. Martina Detterer zeigt Peter Rösel, Bärbel Grässlin hat sich für Herbert Brandl entschieden, Parisa Kind für Julien Bismuth, und Wilma Tolksdorf stellt Alisa Margolis ihren Frankfurter Raum zur Verfügung.

München hat sein „Open Art“-Profil rundum erneuert: Der gemeinschaftliche Start in den Herbst findet vom 11. bis zum 13. September statt. Hier kann sich nicht nur das ebenfalls neue schlichte Logo sehen lassen. 65 Galerien beteiligen sich: Six Friedrich und Lisa Ungar kündigen Peter Zimmermann an, David Reed tritt bei Häusler Contemporary an, Tom Levine bei Fred Jahn, Charles Pollock bei American Contemporary Art, Stefan Sandner bei Andreas Grimm, zwanzig Jahre neue indische Malerei gibt es bei Neumeister, Olaf Martens bei F 5,6 für Fotografie und Thomas Steffl bei Zink - so vielfältig ginge diese Aufzählung weiter.

„Art Alarm“ in Stuttgart

Doch auch andere Städte haben sich gut aufgestellt: Die Mannheimer Galerien laden am 11. September von achtzehn bis 23 Uhr zu einem nächtlichen Besuch ein: Sebastian Fath zeigt den holländischen Maler Jan Maarten Voskuil. Auf dasselbe Wochenende kapriziert sich auch die Leipziger Baumwollspinnerei: Der traditionelle Herbstrundgang findet, trotz gerade erst vollzogenem Fest zum 125. Jubiläums mit Besuch der Bundeskanzlerin, am Samstag, den 12. September, von elf bis zwanzig Uhr und am Sonntag, den 13. September, von elf bis achtzehn Uhr statt. „Art Alarm“ heißt es einige Tage später in Stuttgart, nämlich vom 19. bis zum 20. September: Das übersichtlich gestaltete Heft bietet drei Rundgänge durch die Stadt an, zwei davon beginnen direkt am Schlossplatz.

Hamburg bevorzugt es eher heterogen: Dort ziehen sich die Eröffnungen über drei aufeinanderfolgende Freitage hin; gestern wurde schon gefeiert. Das Ganze nennt sich trotzdem präzise „Der rote Punkt“. Sfeir-Semler und Dörrie * Priess eröffnen am 4. September, Tinderbox und die Produzentengalerie einen Tag später.

Kooperation nach Stadtteilen in Wien

Wie begehen die Nachbarn den Herbst? Wien handhabt es ähnlich wie Hamburg, also jeder nach seiner Façon: Meyer Kainer und Janda eröffnen am 9. September, nächst St. Stephan am 12. September, Christine König am 15. September und Georg Kargl am 16. September. Während London auf die Frieze Art Fair im Oktober wartet, haben sich in Paris die Galerien nach Stadtteilen zusammengetan - alles andere würde wahrscheinlich in dieser Kunststadt den Rahmen sprengen. Im Marais macht sich Karsten Greve vom 5. September an für Luise Ungers „Inner and Outer Space“ stark.

Es ist die erste Ausstellung der deutschen Künstlerin in Frankreich. Schon zwei Tage vorher beginnt Thaddaeus Ropac die Saison mit Lee Ufans Gemälden und Skulpturen. Vom 11. September an zeigt Yvon Lambert „The Waste Land“ von Kendell Geers, inspiriert von T. S. Eliot, und Shilpa Guptas jüngste Kunstwerke. Emmanuel Perrotin offeriert Selbstbildnisse von Takashi Murakami vom 15. September an. Und in Saint-Germain-des-Prés schließlich feiert am 12. September Kamel Mennour mit „10 printemps en automne“ sein zehnjähriges Jubiläum.

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Jahrgang 1978, Redakteurin im Feuilleton.

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