07.04.2010 · „I'll Huff and I'll Puff“ heißt die sarkastische Revue mit Arbeiten des gebürtigen Iraners Ramin Haerizadeh, zu sehen in der Galerie von Isabelle van den Eynde in Dubai.
Von Rose-Maria GroppEs gibt eine Menge Variationen davon, aber so hat man eine zeitgenössische Anverwandlung von Manets „Déjeuner sur l'herbe“ dann doch noch nicht gesehen. Das Personal ist deutlich reduziert, auch wenn der jetzt smart bekleideten Dame mit den Zwillings-Herzkirschen überm linken Ohr nach wie vor gehuldigt wird. Es gibt nur noch einen Mann, der sich obendrein in ein schwarzes Kapuzengewand gewickelt hat, einem Tschador ähnlich, das zugleich beunruhigend an die Tracht bestimmter Geistlichkeit erinnert.
Mit koketter, fast boshaft weibischer Geste hält er ein Diadem in seinen Händen, das auf die Frau neben ihn verweist, Farah Diba nämlich, die Gemahlin des einstigen Schahs Mohammad Reza Pahlavi von Persien, der in der Islamischen Revolution 1979 verjagt wurde. „The Luncheon on the Grass“ heißt das collagierte Großformat des Künstlers Ramin Haerizadeh, der 1975 in Teheran geboren ist und jetzt in Dubai lebt - nicht weiter verwunderlich angesichts seiner Werke.
Auch im Westen kein Unbekannter mehr
Der Bärtige mit der Brille ist er selbst, und er taucht in dieser Aufmachung in den meisten Bildern seiner aktuellen Produktion auf - zu sehen jetzt in der Galerie von Isabelle van den Eynde, die zusammen mit weiteren Galerien in einem Industrieareal von Dubai ansässig geworden ist. „I'll Huff and I'll Puff“ heißt der Titel der aktuellen Schau, etwas zwischen Atemlosigkeit und Verärgerung. Es ist eine sarkastische Revue in hitzigen dichten Collagen auf Iran seit der Revolution, immer wieder ist das einstige Kaiserpaar beschworen.
Ramin Haerizadeh ist auch im Westen kein Unbekannter mehr, spätestens seit er im vergangenen Jahr mit seinen satirischen digitalen „Men of Allah“ starke Beachtung fand in Charles Saatchis Londoner Ausstellung „Unveiled: New Art from the Middle East“. Bereits 2009 haben ihn auch Thaddaeus Ropac in seiner Pariser Dependance, wo Haerizadeh im Juni wieder zu sehen sein wird, und Thomas Erben in New York präsentiert. Wer seine Werke kaufe? Privatsammler meist, international, lautet die Antwort in der Galerie. Zu entdecken ist der Mann also nicht mehr, entsprechend liegen die Preisangaben zwischen 15.000 und 30.000 Dollar, für kleinere Arbeiten bei 6000 Dollar.
Rose-Maria Gropp Jahrgang 1956, Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.
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