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Kunst und Antiquitäten Ziegenbock

29.06.2009 ·  Für Heiterkeit sorgt bei Bolland & Marotz in Bremen ein berittener Schneider Wibbel aus Porzellan. Ein Blick auf das Angebot.

Von Vita von Wedel
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Aus dem gewohnt bunten Sammlersammelsurium der Sommerauktion vom 2. bis zum 4. Juli bei Bolland & Marotz in Bremen ragen Kabinettstückchen hervor: Eine nur 3,5 mal 5,3 Zentimeter kleine Kruzifixuhr im Bergkristallgehäuse, deren Werk um 1650 von Johann Sayller in Ulm erstellt wurde (Taxe 3100 Euro), oder ein Holzkästchen, dessen unbekannter Bemaler mit dem metallischen Effekt des Wismutpulvers zu glänzen wusste (2300). Beim Porzellan lockt eine Kollektion aus der Frankenthal-Manufaktur, im 18. Jahrhundert reich mit Insekten und Landschaftsszenen staffiert. Ein erfreulich wohlerhaltenes Solitär dieser Sammlung mit allen erforderlichen Kännchen und Töpfchen ist mit 2600 Euro beziffert.

Eine prächtige Deckenkrone aus Porzellan

Vorreiter beim Meissen-Porzellan ist eine Ausformung des von Johann Joachim Kaendler entworfenen Schneider Wibbel auf dem Ziegenbock aus dem 19. Jahrhundert, 42 Zentimeter hoch und üppig farbig gefasst (2400). Nicht weniger bunt ist eine sechsarmige Meissener Deckenkrone, bewohnt von vollplastischen Blumen, Ranken und Vögeln, für die der Katalog 8000 Euro notiert. Aus der Sotheby's-Auktion auf der welfischen Marienburg im Jahr 2005 kommen einige sehr ansehnliche silberne Objekte, darunter ein Kaffee- und Teeservice mit dem allseits eingravierten Spiegelmonogramm EA: Ernst August Kronprinz von Hannover; sie sind verlockend auf 1000 Euro geschätzt.

Erwähnenswert bei den Worpsweder Malern ist Otto Modersohns „Spätsommer am Moorkanal“ von 1942 (14.000). Teuerstes Los bei der Kunst des 20. Jahrhunderts ist jedoch mit 22.000 Euro eine sonnig verschneite Vorfrühlingslandschaft des 1945 in Bad Nauheim verstorbenen lettischen Impressionisten Vilhelms Purvitis: Selten tauchen seine Bilder im Handel auf, da der Großteil seines Werkes im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff zerstört wurde.

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