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Kunst und Antiquitäten in München Bruder Diego auf dem Kuvert

Ein Faible für die Kunst der Giacomettis hat jene Sammlerin, die jetzt Werke der Schweizer beim Münchner Auktionshaus Hampel einlieferte - die Vorschau.

© Hampel Vergrößern Kenzo Takadas Bild „Monte Carlo” von 1939 (Taxe 30.000/40.000 Euro)

Kenzo Takada kehrte der Modewelt vor zehn Jahren den Rücken. Andere versorgen jetzt sein berühmtes Label mit Entwürfen, und Kenzo hat Zeit zum Malen. Aber die Bilder des 1939 geborenen Japaners handeln weiter von schönen Stoffen und schlanken Frauen, die den Laufsteg eigentlich nur verlassen, um ins Meer zu tauchen.

Rund zwanzig Gemälde des Couturiers mit Schätzungen von 10.000 Euro an stehen bei Hampel in München in der kommenden Auktion am 5. und 6. Dezember am Beginn einer Partie Moderner Kunst, die im weiteren Verlauf maßgeblich aus der Sammlung von Celita de Cardenas schöpft. Die Jetset-Lady mit Wohnsitzen in aller Welt lieferte, wie bereits in Paris, Werke aus ihren Giacometti-Beständen ein.

Bronzene Tische von Diego Giacometti

Von Alberto ist ein Porträt vom Bruder Diego dabei, das er auf ein Briefkuvert zeichnete (Taxe 10.000/15.000 Euro), oder die Bronzebüste seines Mitschülers Simon Bérard (80.000/100.000) aus einer nicht näher beschriebenen Auflage von sechs Exemplaren. Unter Einrichtungsobjekten nach Diego-Entwurf ragt ein Paar Konsoltische aus patinierter Bronze mit großem Baummotiv hervor (160.000/180.000). Cardenas-Provenienz haben auch die Gauguin-Zeichnung „Homme et Cheval“ (60.000/80.000), eine Skizze Cézannes mit Porträts von Madame und Sohn Paul (40.000/60.000), Arbeiten von Mimmo Rotella, Arman oder Fontana.

hampel takada II © Hampel Vergrößern Kenzo Takadas „Robe Rouge” auf 195 mal 130 Zentimeter (Taxe 30.000/40.000 Euro)

Aus anderer Quelle stammen Boteros rothaarige „Dame im Profil“ mit Fächer (260.000/280.000) und Chagalls „Financés au Baldaquin“ mit Aufkleber der Galerie Pierre Matisse (380.000/400.000). Skulpturen fallen bei der Alten Kunst ins Auge; insbesondere eine thronende romanische Madonna mit segnendem Kind, deren Herkunft man in Südfrankreich oder Spanien vermutet (60.000/80.000), aber ebenso eine in hochgotischer Lockerheit stehende Madonna mit verspieltem Jesusknaben, die wohl in Lothringen in den Stein gemeißelt wurde (60.000/80.000).

Die lange Suite Altmeistergemälde birgt eine lebhafte und vielfigurige „Anbetung der Könige“, die laut Katalog vom Antwerpener Manieristen Jan van Dornicke stammen könnte (50.000/70.000). Ein anderer der insgesamt sieben Kataloge breitet eine bayerische Privatsammlung mit Bozzetti des 18. Jahrhunderts aus, als dessen Spitzenlos Tiepolos „Apotheose der heiligen Eucharistie“ 60.000 bis 80.000 Euro bringen soll.

Quelle: F.A.Z.

 
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