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Kunst und Antiquitäten Cranach, älter und jünger

22.03.2010 ·  Das Auktionshaus Hampel in München bietet ausgewählte Kunst und Antiquitäten. Eine „Bekehrung des Paulus“ von Cranach dem Jüngeren führt das Angebot an.

Von Brita Sachs, München
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Gleich dreimal erscheint der Name Cranach im Angebot von Hampel in München, wo in der Frühjahrsauktion am 23. März Kunst und Antiquitäten versteigert werden. Aus der florierenden, immer gut mit Aufträgen gesegneten Werkstatt des älteren Lucas Cranach in Wittenberg dürfte eine „Judith mit Kopf des Holofernes und zwei Begleiterinnen“ stammen. Die drei jungen Schönheiten tragen Schmuck und prächtige Gewänder, wie sie um das Jahr 1530 wohl am Sächsischen Hof der letzte Schrei gewesen waren.

Diese modischen Aufmachungen sind bei der blutigen Schlächterei des Feldherrn offenbar ohne kleinste Fleckchen davongekommen. Mit einer Erwartung von 55.000 bis 60.000 Euro ist dieses in Öl auf eine Holztafel gemalte Werk deutlich günstiger als das Porträt eines bärtigen Mannes, der außer Perlenkragen und pelzverbrämtem Mantel auch noch den Blütenkranz eines Bräutigams trägt. Das Bildnis, das laut Datierung in römischen Ziffern aus dem Jahr 1527 stammt, ist dem Umkreis von Lucas Cranach dem Jüngeren zugeordnet und mit einer Schätzung von 170.000 bis 190.000 Euro versehen.

Eigenhändig malte der jüngere Lucas Cranach das dritte Bild im Aufgebot, die „Bekehrung des Paulus“: Cranach zeigt den römischen Offizier in dem Augenblick, in welchem ihn der blendende Lichtstrahl aus der Hand Jesu trifft und sein Pferd verschreckt in die Knie geht. Paulus' berittene Begleiter betrachten ratlos dieses wundersame Geschehen in felsiger und karg bewachsener Landschaft. Ebenfalls von Cranach d. J. stammt eine 1549 datierte und signierte Version dieses Bildes, die sich im Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg befindet und bislang als die frühere Fassung des Themas galt. Jetzt stellt Jan Wittmann - er ist einer der Leiter der Forschungsdatenbank www.cranach.net - in einem Artikel in der Zeitschrift „Kunst & Auktionen“ Argumente zur Diskussion, die für das bei Hampel angebotene Werk als älteres Vorbild sprechen könnten.

Unter anderem erinnert der Autor an einen Holzschnitt von 1526, in welchem bereits Vater Cranach das Thema bearbeitete, er verweist auf die „mystische Vegetation“ und erläutert Details der Behandlung von Flechten und Bäumen, die „sofort an den älteren Cranach denken lassen“. Die Möglichkeit eines Gemeinschaftswerks von Vater und Sohn wird in Betracht gezogen. In jedem Fall aber wird aufgrund modischer Details und waffenkundlicher Beobachtungen eine Entstehungszeit bis zu zwei Jahren vor dem Nürnberger Bild angenommen. Das von Hampel zu versteigernde Ölgemälde, das sich in Privatsammlungen in Prag und Frankreich befand, bevor es 1960 von der renommierten Kunsthandlung Duveen in New York in der Ausstellung „Paintings by Lucas Cranach“ gezeigt wurde, bot zuletzt Sotheby's 2008 in London an, wo es bei einer Schätzung von 120.000 bis 180.000 Pfund zurückging. Hampel offeriert das Werk jetzt zur Taxe von 200.000 bis 230.000 Euro.

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