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Auktion mit Stammeskunst Van Ham auf neuem Terrain

06.06.2009 ·  Berührungspunkte mit Stammeskunst hatte das Kölner Auktionshaus Van Ham bisher nicht. Dank prominenter Werke aus einer Stiftung ändert sich das jetzt, sie waren bisher nicht öffentlich zu sehen.

Von Andreas Platthaus
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Das Kölner Auktionshaus Van Ham versucht sich an seiner ersten Versteigerung von Stammeskunst. Am kommenden Montag, den 8. Juni, werden 156 Lose afrikanischer, ozeanischer und südamerikanischer Herkunft zum Ausruf kommen. Was hat Van Ham dazu gebracht, in Konkurrenz mit dem gleichfalls in Köln residierenden Wettbewerber Lempertz und dem in Stuttgart ansässigen Auktionshaus Nagel zu treten?

Man hatte das Glück, ein attraktives Konvolut aus einer Stiftung angeboten zu bekommen, die zur Liquiditätssicherung einige Objekte verkaufen will, die bislang nicht öffentlich gezeigt wurden. Ein mit der Begutachtung betrauter Experte aus Paris sicherte sich zwar dem Vernehmen nach vorab bereits einige der besten Stücke, doch Van Ham hat immer noch Glanzstücke im Angebot: so eine spektakuläre, fast zwei Meter hohe Ahnenstatue aus Vanuatu (Taxe 19.000/21.000 Euro) oder eine stark verwitterte, aber gerade deshalb besonders ausdrucksvolle Firstbekrönung in Menschengestalt und Lebensgröße aus Neukaledonien (20.000/25.000).

Ponchos ohne Blässe

Aus Afrika ragt eine Schultermaske der Baga heraus: Die Darstellung der Fruchtbarkeitsgöttin Nimba ist auf 30.000 bis 40.000 Euro geschätzt. Masken der Fang, Baule und Songye sollen zwischen 4000 und 15.000 Euro einbringen. Spitzenstücke der Versteigerung aber sind zwei aus der peruanischen Wüste Nazca stammende, aus Federn und Baumwolle hergestellte Ponchos, deren Farbfrische man die anderthalb Jahrtausende nicht ansieht, die sie ungefähr alt sind (40.000/50.000 und 25.000/30.000). Sie stammen von einem anderen Einlieferer.

Neben den unausgewiesenen Provenienzen der Stücke aus Stiftungsbesitz finden sich Objekte, die sich früher im Besitz des Paläontologen Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald befanden (ein größerer Teil seiner Sammlung wurde 2007 bei Klefisch versteigert) oder dem Maler Werner Peiner gehörten, der seine Kollektion auf mehreren Afrika-Reisen seit 1936 selbst zusammentrug. Für einen Markt, der so schwer überschaubar ist wie der für Stammeskunst, sind solche Herkunftsangaben wichtige Signale.

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