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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Alte und neue Kunst Versunken im neoromantischen Nebel

 ·  Walde, Walde und noch mal Walde: Allein neun Gemälde des Künstlers finden sich im aktuellen Katalog des Auktionshauses Hassfurther in Wien. Die Vorschau.

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Er malte die erste Ansicht des mittelalterlichen Wiens: Der „Meister des Albrechtsaltars“, dessen namensgebendes Hauptwerk sich heute im Stift Klosterneuburg befindet, wird für den großen Realismus und die Detailtreue seiner Darstellungen gelobt. Nun kommt bei Hassfurther das Gemälde „Bildnis einer Wienerin“ zur Versteigerung, das mit Entstehungsjahr 1440 das erste überlieferte Porträt der altdeutschen Kunst darstellen soll. Das 20,7 mal 10,8 Zentimeter große Brustbild einer Frau mit schöner weißer Haube stammt aus Privatbesitz und wird auf 150.000 bis 250.000 Euro geschätzt.

Neben diesem Kleinod lockt Hassfurther mit dem Stillleben „Knabe in der Vorratskammer“ von Frans Snyders. An der üppigen Nature morte, deren Zentrum ein toter Schwan und ein Pfau bilden, schnüffeln auch zwei Jagdhunde (Taxe 150.000/ 300.000). Das Hauptlos der aktuellen Auktion trägt jedoch ein jüngeres Entstehungsdatum: 1937 malte der Kärntner Spätexpressionist Anton Kolig das Triptychon „Die Jugend“, von dem nun der Mittelteil mit Titel „Das Waldhorn“ zu haben ist. Die farbstarke Komposition zeigt den Hornbläser beinahe nackt, während er von zwei jungen Frauen in moderner Kleidung flankiert wird. Die Schätzung liegt bei 200.000 bis 350.000 Euro.

Die tragende Säule bildet aber auch dieses Frühjahr wieder Kunst von Alfons Walde: Er ist mit neun Gemälden vertreten. Spitzenlos ist hier das kleinformatige Bild „Bergweiler“ von 1935 (100.000/150.000). Auf „Almen und Gletscher“ grast Vieh auf nach dem Winter noch bräunlichen Wiesen, während im Hintergrund Bergspitzen blauweiß leuchten (80.000/120.000). Im Aufwind befinden sich die derzeit noch günstigen Bergbilder von Oskar Mulley.

Die Taxen für seine beiden 1930 monumental in Spachteltechnik festgehaltenen Bergbauernhöfe liegen zwischen 8000 und 15.000 Euro. Auch die surrealen Bildschöpfungen von Franz Sedlacek, einem wichtigen österreichischen Maler der Zwischenkriegszeit, waren lange vergessen. Seine neoromantische „Nebellandschaft“ von 1936 soll 40.000 bis 70.000 Euro einspielen. Eine Rarität ist das auf 8000 bis 10.000 Euro geschätzte Fotoporträt, das Moritz Nähr 1910 von Klimt geschossen hat: Der Jugendstilkünstler signierte den Vintage Print.

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