10.05.2007 · Gleich sechs Rekordpreise konnte das Kölner Auktionshaus Van Ham nach seiner Auktion mit Alter Kunst vermelden. Bilder von Friedrich Nerly und Abraham Willaerts konnten ihren Schätzpreis vervielfachen. Im Kunsthandwerk überraschte eine Tabatière von Johann Christian Neuber.
Von Catrin LorchGleich sechs Rekordpreise meldet das Kölner Auktionshaus Van Ham nach seiner Auktion mit Alter Kunst. Hauptlos war eine Venedig-Ansicht von Friedrich Nerly, die ihren Schätzpreis von 80.000 Euro mehr als verfünffachen konnte: 440.000 Euro war das Gemälde einem deutschen Privatsammler wert, der sich nach langem Bieterstreit gegen den internationalen Handel und zuletzt die Bremer Galerie Neuse durchsetzte. Die Holztafel „Jesus predigt am See Genezareth“ des Niederländers Abraham Willaerts, die auf 110.000 Euro geschätzt war, verdoppelte ihre Taxe, als ein deutscher Privatsammler und ein internationaler Händler um sie fochten: Dem Händler wurde sie schließlich für 220.000 Euro zugeschlagen; damit hat sich der bisherige Auktionsrekord für Willaerts verdreifacht.
Das bislang unbekannte Tondo des Florentiners Piero di Cosimo, eine sehr gut erhaltene Darstellung der heiligen Familie, ging mit 140.000 Euro (Taxe 150.000) an einen italienischen Händler, während sich der belgische Handel ein Jagdstillleben des Cornelis Lelienbergh für 60.000 Euro (65.000) sicherte. Gar ein Auktionsweltrekord stand an für „Arrea und Paetus“, ein Bild von Nicolaus Knüpfer, für das der englische Handel die taxkonformen 75.000 Euro bot.
Neue Bestmarke für Georg Sturm
Mit dem „hervorragenden Ergebnis“ von 70.000 Euro versteigerte Markus Eisenbeis am Pult auch eine mit 28.000 Euro bewertete „Küstenlandschaft mit Seesturm“ von Jakob Philipp Hackert. Julius Exters „Im sommerlichen Laubwald“, auf 2800 Euro geschätzt, fand einen Bewunderer, der bereit war, 33.000 Euro für die liebliche Szenerie zu bezahlen; auch Max Rabes „Maskenball“ wurde mit 75.000 Euro für ein Vielfaches der Schätzung von 10.000 Euro abgegeben. Eine Zeichnung von Adolf Menzel, beziffert mit 19.000 Euro, brachte es auf 54.000 Euro. Endlich setzte die Auktion eine neue Bestmarke fest für den österreichischen Maler Georg Sturm, dessen „Tigerpaar vor Felsenhöhle“ für 38.000 Euro nach Monaco umziehen wird.
Auch im Bereich Kunsthandwerk kam es zu überraschenden Ergebnissen: Die bereits zuvor als museales Stück bezeichnete Steinkabinett-Tabatière des Dresdener Hofgoldschmieds Johann Christian Neuber wurde schließlich zum Rekordpreis von 215.000 Euro einem Pariser Händler zugeschlagen; das erlesene, reichverzierte Stück war mit einer Schätzung von 80.000 Euro versehen.
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