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: Mutmaßlich entführter Vietnamese soll im Januar vor Gericht

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          Hanoi (dpa) – Der mutmaßlich aus Deutschland nach Vietnam entführte Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh soll im Januar vor Gericht gestellt werden. Der ehemalige Öl-Manager soll sich in seiner Heimat wegen Korruption verantworten müssen, wie verschiedene staatliche Medien des südostasiatischen Landes berichteten.

          Demnach soll es zwei verschiedene Prozesse gegen ihn geben. Bei einer Verurteilung droht Thanh im schlimmsten Fall die Todesstrafe.

          Der Fall belastet die Beziehungen zwischen Deutschland und dem kommunistischen Ein-Parteien-Staat seit Monaten. Die Bundesregierung geht davon aus, dass der vietnamesische Geheimdienst und auch die Botschaft in Berlin an der Entführung des ehemaligen Funktionärs der Kommunistischen Partei mitgewirkt haben. Zwei vietnamesische Diplomaten mussten Deutschland deshalb verlassen. Zudem forderte Berlin eine «Entschuldigung». Vietnam weist die Vorwürfe zurück.

          Zeugen hatten beobachtet, wie der Vietnamese am 23. Juli in einem Berliner Park mit Gewalt in ein Auto bugsiert wurde. Später tauchte er in der Hauptstadt Hanoi auf. In einem TV-Auftritt behauptete Thanh, aus freien Stücken in sein Heimatland zurückgekehrt zu sein, um sich seiner Verantwortung zu stellen. Allerdings blieb unklar, unter welchen Bedingungen diese Aussage zustande kam.

          Thanh wird zur Last gelegt, als Chef einer Tochterfirma des staatlichen Öl- und Gaskonzerns PetroVietnam für Verluste von umgerechnet etwa 125 Millionen Euro verantwortlich zu sein - angeblich ein typischer Fall von Korruption. Seine deutschen Anwälte sehen ihn hingegen als «Opfer eines Machtkampfs innerhalb der KP». In Deutschland hatte er sich um eine Anerkennung als Asylbewerber bemüht.

          Quelle: dpa

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