14. Juli 2008 Nach dem Zusammenbruch der IndyMac-Bank kommen das amerikanische Finanzministerium und die amerikanische Notenbank den taumelnden Hypotheken-Giganten Fannie Mae und Freddie Mac zur Hilfe. Die Notenbank will den beiden Instituten zusätzliche Kredite zu günstigen Konditionen gewähren, falls die Banken weitere Mittel benötigen sollten, wie am Sonntag nach Krisenberatungen mitgeteilt wurde. Eventuell will die Regierung sogar Anteile der Banken kaufen.
Gemeinsam sitzen Fannie Mae und Freddie Mac auf einem Hypothekenberg von 5,3 Billionen Dollar (3,34 Billionen Euro) - rund die Hälfte der in den USA ausstehenden Hypotheken. In der vergangenen Woche hatten die Aktien von Freddie Mac an der New Yorker Wall Street 45 Prozent verloren, die Papiere von Fannie Mae sogar 47 Prozent, was Angst vor einem Zusammenbruch der Institute geschürt hatte.
Nun könnten die beiden Hypothekenbanken Kredite für 2,25 Prozent Zinssatz bekommen, teilte die Fed in einer Erklärung mit. Zu diesen Konditionen bekommen sonst Handelsbanken und große Wallstreet-Firmen Geld von der Zentralbank. Damit soll der Zugang zu Hypothekendarlehen in einer Stressphase in den Finanzmärkten erleichtert werden. Finanzminister Henry Paulson sagte, sein Ministerium werde im Bedarfsfall Aktien der beiden Banken kaufen. Beide Schritte müssen vom Kongress gebilligt werden.
Deutsche Anleger reagierten erleichtert auf die Hilfs-Ankündigung für Fannie und Freddie: Der Deutsche Aktienindex DAX legte kurz nach Handelseröffnung 0,9 Prozent auf 6.207 Zähler zu. Der MDAX stieg um 1 Prozent auf 8.424 Punkte und der TecDAX um gut 1 Prozent auf 712 Punkte.
Wachsende Spannung unter Investoren
Zuvor hatte Finanzminister Paulson betont, beide Banken seien und blieben für den amerikanischen Wohnungsmarkt wichtig. Das Weiße Haus teilte mit, Präsident Georg W. Bush habe Paulson angewiesen, unverzüglich mit dem Kongress zusammen zu arbeiten, um den Plan umzusetzen. Die vorgesehenen Maßnahmen könnten helfen, die Lage zu stabilisieren. Die Federal Reserve erklärte, sie solle eine beratende Rolle wahrnehmen.
In den vergangenen Tagen hatte die Immobilienkrise zum zweitgrößten Banken-Crash in der US-Geschichte geführt. Die kalifornische Hypotheken- und Bausparbank IndyMac wurde am Freitag von den Aufsichtsbehörden geschlossen. Sämtliche Bankgeschäfte von IndyMac wurden mit sofortiger Wirkung an die staatliche Bundeseinlagensicherung (FDIC) übertragen, die mit einer Belastung von vier bis acht Milliarden Dollar rechnet. Angesichts der sich zuspitzenden Krise dürften Investoren die anstehenden Bericht der Finanzinstitute jetzt mit noch größerer Spannung erwarten.
Banken-Chefs erleichtert
Die Chefs beider Banken begrüßten die Pläne von Zentralbank und Paulson. Freddie-Mac-Vorsitzender Richard Syron sagte, sein Haus habe nach vorläufigen Berechnungen des zweiten Quartalsergebnisses noch ein wesentliches Kapitalpolster deutlich über dem vorgeschriebenen Minimum von 20 Prozent. Fannie-Mae-Vorstandsvorsitzender Daniel Mudd sagte, die Pläne sollten eine beruhigende Wirkung haben.
Die Rettung der beiden Institute ist für die Regierung von großer Bedeutung angesichts der zentralen Rolle, die sie auf dem Wohnungsmarkt spielen. Grund für die großen Kursverluste in der vergangenen Woche waren Analystenberichte, wonach die beiden Immobilienfinanzierer einen weitaus höheren Kapitalbedarf haben könnten als bisher angenommen. Die Rede war von zusammen 75 Milliarden Dollar.
Text: AP
Bildmaterial: AFP, reuters
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| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.488,25 | +0,13% |
| TecDAX | 749,78 | −0,03% |
| MDAX | 7.084,74 | +0,96% |
| SDAX | 3.465,16 | +1,09% |
| REX | 372,70 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.794,25 | +0,03% |
| Dow Jones | 10.023,40 | +0,17% |
| Nasdaq 100 | 1.730,76 | +0,56% |
| S&P500 | 1.069,30 | +0,25% |
| Nikkei225 | 9.789,35 | +0,74% |
| EUR/USD | 1,4847 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 76,05 $ | −2,70% |
| Gold | 1.096,75 $ | +0,71% |
| Bund Future | 120,85 € | −0,18% |